Es gibt für alles ein erstes Mal

Heute war es also soweit. Tino hat mir ins Bett gekotzt. Musste ja so kommen. Weit, sehr weit entfernt, habe ich die altbekannten Würgegeräusche gehört und noch reflexartig die Hand zum Schubsen ausgestreckt. 

Im Dunkeln zu schubsen ist aber schwierig wenn das Objekt der Begierde nicht sichtbar ist. Also gleiches Prozedere wie immer, aus dem Tiefschlaf aufschiessen, Licht an, damit man das ganze Ausmass der Bescherung sieht, ins Bad rennen, Wasser, Putzmittel, Lappen, etc. tütü. Heute muss ich einen Gang zulegen. Ginger ist schon im Anmarsch um sich Tinos Hinterlassenschaften anzunehmen. Sorry Süsse, geht heute nicht, du musst um 8 nüchtern zu einem Zahnputz-Termin beim TA ansaugen. Als ich endlich völlig erschlagen wieder im Bett liege, fängt der Dünne im Flur an rumzuschreien wie der Anführer einer Katzenbruderschaft. Ich vermute mal, er hat im Dunkeln das Schlafzimmer nicht mehr gefunden. Ein Ruf und elegangt schwingt er sich aufs Bett. Nur das Kopfkissen ist gut genug und mit einer gefühlten 360 Grad Wendung seines Kopfes legt er mir wie ein Schwan seinen Hals samt Kopf auf die Kehle und lässt seinen massigen Körper schwungvoll nachfolgen. Alles begleitet von wohligem Schnurren. Ich höre mein Genick knirschen und versuche krampfhaft meinen steifen Nacken unter meinem Kater hervorzuziehen. Mist, wir müssen raus – Ginger muss zum TA. Mache ich immer knapp. Wer Katzen hat weiss, wie sich ein Büsi das Hunger hat aufführen kann. Während ich mir im Bad die Zähne putze höre ichs, das klassische Geräusch von Trockenfuttet. Scheisse! Gingeeeeeer! Ich weiss nicht, wie sie Tino dazu gebracht hat, dass er für sie seinen hermetisch verriegelten Futternapf öffnet. Ich hechte in die Küche an meiner verdatterten Räuberin vorbei und Deckel zu. Homerun.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.