Wenn die Katze vom Balkon fällt…

……landet sie immer auf den Füssen, oder auch nicht. Dass Katzen immer auf die Füsse fallen ist genauso ein Klischee wie die sieben Leben, die sie angeblich hat.

Unglücklicherweise ein weit verbreiteter Irrtum, der sich bei vielen Katzenbesitzern hartnäckig hält und oft auch dazu führt, dass Fenster, Türen und Balkon nicht katzengerecht gesichert sind. Auch wenn Ihre Katze komatös neben Ihnen schläft, heisst das nicht, dass sie instinktmässig hinter einem Vogel, Schmetterling oder Junikäfer herpfötelt wenn sie auf dem Balkongeländer sitzt und keine Sekunde darauf achtet, dass die Luft keine Balken hat.

Fällt sie nun auf die Füsse oder nicht?

Katzen verfügen (genauso wie Menschen) über Muskelreflexe, die es dem Körper ermöglichen, aus einer ungewohnten Haltung wieder in die normale Körperstellung zu gelangen. Der sogenannte Stellreflex bewirkt, dass sich eine Katze im Fallen drehen kann. Sie kann sich sozusagen in die optimale Landeposition bringen. Das Katzenskelett ist dazu perfekt konzipiert. Die flexible Wirbelsäule, gepolsterte Pfoten und die dehnbaren Gelenke absorbieren die Aufprallenergie.

Was genau passiert bei einem Sturz?

  1. Die Katze fällt
  2. Zuerst dreht sie die Vorderpfoten und den Kopf in die Fallrichtung
  3. Ein Reflex führt dazu, dass sie die Hinterpfoten anzieht
  4. Der Schwanz beginnt zu rudern, um dem Körper zu helfen, sich auch in die Fallrichtung zu drehen
  5. Jetzt zeigen alle vier Pfoten auf den Boden
  6. Die Katze streckt jetzt die Beine aus und macht einen Buckel um die Landung abzufedern

Die Drehung einer Katze in der Luft dauert nicht mal eine Sekunde und diese Abfolgen sind von Auge nicht wahrnehmbar. Schon ab ca. der 7. Woche verfügen Kätzchen über diese wichtigen Reflexe.

Auch wenn eine fallende Katze nur wenige Sekunden braucht, um sich in die Fallrichtung zu drehen, ist es überlebensnotwendig, dass sie den gesamten Ablauf durchführen kann. Deswegen überleben Katzen Stürze aus grosser Höhe viel eher (etwa ab dem 7. Stock eines Gebäudes) oder zumindest nur leicht verletzt, weil sie mehr Zeit haben, um die Landung zu «planen». Gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen spielt es im Übrigen keine Rolle mehr, ob der Sturz aus dem 7. oder 30. Stock erfolgt (ich will jetzt gar nicht wissen, wie man das geprüft hat). Die maximale Fallgeschwindigkeit wird bereits nach etwa 30 Metern Höhe erreicht.

Stürze aus niedriger Höhe enden häufig tödlich oder mit schwersten Verletzungen. Trotz Stellreflex und Federung hat die Katze zu wenig Zeit, um die erforderliche Körperdrehung zu vollenden.

Gefahren

Selbst wenn Ihre Katze nach einem Sturz auf ihren Pfoten zu stehen kommt sind mögliche schlimmere Folgen nicht zu unterschätzen. Eine in der Wohnung gehaltene Katze wird sich nach so einem Sturz nicht schütteln, ihr Fell richten, um den Block gehen und vor der Tür warten, bis sie jemand wieder einlässt. Sie wird womöglich einen Schock haben und in grosser Angst und völlig kopflos einfach losrennen. Solche Tiere werden oft tagelang nicht mehr gefunden oder schlimmer noch verunglücken, weil sie über eine Strasse rennen und überfahren werden.

Auch gestauchte und gebrochene Pfoten sind häufige Folgen von Stürzen. Und natürlich spielt es auch eine Rolle, worauf die Katze landet. Asphalt, Steine und andere Hindernisse können durchaus auch zu ausgeschlagenen Zähnen und Kieferbrüchen führen. Dabei kommt es dann auf die Höhe nicht mehr wirklich an. Leider landen die wenigsten Katzen auf Stoffdächern, Storen oder auf einer weichen Wiese.

Schützen Sie Ihre Katzen und sichern Sie Balkone und Fenster.

(Corinne Messikommer/Katharina Aeschimann)

 

2 Kommentare

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